Die Geschichte MGV "Eintracht" 1896 - 1918

Im Herbst des Jahres 1896 schlossen sich auf Anregung von Karl Schulze Hobeling und Bernhard Schulze Nahrup 26 sangesfreudige Männer aus Westbevern-Vadrup zusammen, um den MGV "Eintracht" Westbevern Brink zu gründen. Am 04.10.1896 wurde der MGV in aller Form unter der Losung "Stark und frei, gut und treu" proklamiert. Unter der Leitung von Herrn Franz Dransfeld wurden die Lieder "Bringt mir Blut" und "Abend wird es schon" aus dem Rütli jeweils am Sonntagnachmittag von 17.00 bis 19.00 Uhr im ersten Vereinslokal Wilhelm Knüfer eingeübt. Auf der ersten Generalversammlung, die am 25.04.1897 satt fand, wurde Karl Schulze Hobeling zum 1. Vorsitzenden und Bernhard Schulze Nahrup zum 2. Vorsitzenden gewählt. Nach dieser Generalversammlung wurde die erste Vereinsfahne für 150 Mark angeschafft und am 09.05.1897 im Vereinslokal feierlich eingeweiht.

 

Am 18.11.1898 wurde das Vereinslokal gewechselt, und zwar von Wilhelm Knüver zu Wilhelm Fehrenkötter. 1905Das erste Stiftungsfest wurde am 22.01.1899 beim Wirt Holtmann gefeiert. Es wechselte in den folgenden Jahren zwischen den Gaststätten Wördemann und Holtmann bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. In den folgen Jahren gab es Einladungen zu verschiedenen Sangesfesten und Wettstreiten. Das älteste Vereinsfoto entstand beim Bundes-Sangesfest des MGV "Cäcilia" Laer am 18. Juni 1905.

 

1907

Im Juni 1912 fand eine kleine Veranstaltung bei Heinrich Schulze Nünning (heute Cornelius Schulze Topphoff) statt. Noch im Juli 1914 unternahmen die Sänger unter der Führung von Lehrer Wilhelm Rüschhoff einen Ausflug zur Möhne.Tal.Sperre und nach Arnsberg, der sich über den ganzen Tag erstreckte.

 

 

1912Auf der Generalversammlung im September 1914 wurde beschlossen, keine Gesangstunden mehr abzuhalten. Viele Sänger hatten die Notenblätter mit dem Gewehr getauscht. In den Kriegsjahren kam das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Nach Beendigung des Krieges stand der Verein vor einem Nichts. Im Januar 1919 wurde die erste Generalversammlung abgehalten, bei der zuerst der gefallenen Sangesbrüder gedacht wurde.

 

Die Geschichte MGV "Eintracht" 1918 - heute

Im Januar 1919 wurde die erste Generalversammlung nach dem Krieg abgehalten. Ein neuer Vorstand wurde auch gewählt. Das Vereinsleben nahm wieder seinen gewohnten Lauf. Bei den Proben konnten neue Sänger begrüßt werden und auch die Stiftungsfeste wurden in althergebrachter Weise gefeiert.

Im Jahr 1921 feierte der MGV „Eintracht“ sein 25jähriges Bestehen. Mit einem Festkommers in der Scheune von Schulze Hobbeling wurde am 25. Mai dieses Ereignis mit der Einweihung einer neuen Fahne gefeiert.

Teilnahmen an Gesangwettstreiten und Freundschaftssingen, bei denen auch Preise erzielt wurden, bestimmten in den folgenden Jahren das Vereinsleben. Durch die Ruhrbesetzung der Franzosen im Jahr 1923 waren sämtliche Tanzveranstaltungen verboten und die Stiftungsfeste mussten in den folgenden Jahren ausfallen.

Da im Laufe der Jahre viele Pokale und Andenken von Gesangwettstreiten und Freundschaftssingen mitgebracht wurden und die beiden Fahnen des Vereins eine Aufbewahrungsmöglichkeit benötigten, wurde die Anschaffung eines Vereinsschranks beschlossen. Das dazu benötigte Holz wurde von verschiedenen Sängern und Mitgliedern des Vereins gespendet.

Im Jahre 1927 trat der MGV dem Männerchorbund Münster Stadt und Land bei. Weitere Veranstaltungen und die Beteiligung an Wettstreiten forderten in den folgenden Jahren die Sänger des MGV. Auch die Laienspielschar des MGV „Eintracht“ trug zur Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in Westbevern mit Theateraufführungen bei.

Durch die Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 wurde Deutschland unter den Nationalsozialisten zusehends gleichgeschaltet, was sich auch in Westbevern bemerkbar machte.

Die beiden Chöre aus Westbevern traten nur noch gemeinsam auf. Infolge der Situation in Deutschland wurde im Jahre 1938 beschlossen, die Proben zeitweise abzusetzen. Nachdem im Jahre 1939 fast sämtliche Sänger zum Heeresdienst einberufen wurden, kam das Vereinsleben erneut völlig zum Erliegen. Bald nach dem Kriege im Jahr 1945 wurden die Gesangstunden wieder aufgenommen und im Frühjahr 1946 bestand der Verein aus 36 aktiven Sängern.

Auf der Generalversammlung am 27. Januar 1946 wurde beschlossen, das goldene Vereinsjubiläum im Sommer festlich zu begehen. Am 29.Juni wurde das Jubelfest mit einem Festgottesdienst begonnen. Danach gedachten die Sänger der verstorbenen Mitglieder mit einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof. Abends beim Festkommers in der Scheune von Schulze Hobbeling überreichten die Damen des Vereins ein Fahnenbanner.

Am 30. Juni trafen 16 teilnehmende Vereine zu einem Freundschaftssingen ein. Nach einem Festumzug begann das Freundschaftssingen. Danach folgte der große Festball, der allen, die daran teilnahmen, in guter Erinnerung geblieben ist.

Durch die Laienspielschar wurden die Theateraufführungen wieder aufgenommen. Unter der Leitung von Lehrer Wilhelm Rüschhoff konnten große Erfolge bei den Zuschauern erzielt werden. Zum letzen Mal wurde im Jahr 1963 Theater gespielt. Das Fernsehen hatte diese Art von Unterhaltung überflüssig gemacht.

Teilnahmen an Wettstreiten, Gutachtersingen und Freundschaftssingen bestimmten weiterhin den Jahresablauf des MGV „Eintracht“. Auch die Auftritte bei diversen Veranstaltungen in Westbevern zeugen von den Aktivitäten des Vereins.

Am 5. Juli 1958 wurde das 60-jährige Vereinsbestehen mit einem Festkommers in der festlich geschmückten Reithalle gefeiert. Ein Gesangwettstreit mit 15 Chören am nächsten Tag rundete das Jubiläum ab. Als Dank für die Arbeiten zu diesem Jubiläum unternahmen die Sänger mit ihren Frauen am 14. September eine Fahrt nach Davensberg mit einem Vogelschießen und Schützenfest. Das Schützenfest der Sänger wird seitdem alljährlich durchgeführt.

Unvergessen sind die Sommernachtsbälle, die in den 70er und 80er Jahren in der Reithalle stattfanden. Gebührend gefeiert wurden auch das 70-jährige, das 75-jährige, das 80-jährige und 90-jährige Vereinsbestehen mit vielen befreundeten Vereinen.

Am Samstag den 31. August wurde das 100-jährige Bestehen des MGV mit einem Festkonzert mit befreundeten Vereinen gefeiert. Bei diesem Festakt wurde unserem langjährigen Vorsitzenden Kurt Nosthoff für die Verdienste um den Verein die goldene Vereinsnadel mit Brillanten überreicht. Kein weiteres Vereinsmitglied hat diese Auszeichnung bisher erhalten.

Ein Freundschaftssingen am Sonntag, dem 01. September mit 30 Vereinen beendete das Festwochenende. Die Überreichung der Zelterplakette am 06.10.1996 in Hagen war ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Die Zeit bis zum 110 jährigen Jubiläum war geprägt durch viele Veranstaltungen und Auftritte bei Konzerten und Jubiläen. Auch die Kameradschaftspflege unter den Sängern kam nicht zu kurz. Jährlich wiederkehrende Schützenfeste, Pättkesfahrten und Treffen zum gemütlichen Beisammensein festigten das Gefüge innerhalb des Vereins.

Möge der MGV „Eintracht“ weiterhin seinem Auftrag gerecht werden und die Menschen durch seinen Gesang erfreuen.


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